Wiedervereinigung

Endlich wieder auf meinem Fahrrad! Es sind ganze drei Wochen vergangen, seit ich zuletzt darauf saß. Ich war sehr glücklich in dieser Zeit, freue mich aber jetzt sehr wieder, in den Sattel zurückzukehren. Das Wetter spielt mit, angenehmstes Sommerwetter strahlt mir ins Gesicht. Ich strahle über das ganze Gesucht zurück, als ich wieder in die Pedale treten darf. Die letzten zweieinhalb Wochen werde ich versuchen in anderen Blogeinträgen zusammenzufassen. Es ist viel passiert, und es ist eine Herausforderung dem gerecht zu werden. Ich wurde nach meiner langen Funkstille schon gefragt, ob denn alles gut bei mir ist (lieben Gruß an Hauke und das Hexenbad). Alles ist sehr gut, aber ich habe auch noch viel Neues einzuordnen. In Kurzfassung für Kontext: ich habe eine Woche auf einer Art Festival verbracht, dort ein paar Menschen sehr intensiv kennengelernt und meine Beziehung zu mir selbst neu definiert. Ich habe mich in einen dieser Menschen Hals über Kopf verliebt und dann noch eine Woche bei ihm verbracht. Ich habe Entscheidungen über mein Leben ab Herbst getroffen, unter anderem nach Schweden zu ziehen. Ich habe noch mal ein paar Reperatur- und sonstige Materialien organisiert, bin nach Oslo zurückgefahren, krank geworden. Ich wurde zu zwei Tagen Pause bei und mit meiner lieben Gastfamilie gezwungen. Heute bin ich weitergezogen. ...

2. August 2024 · emma

Zurück

Vom sonnigen Oslo fahre ich in das regnerische Göteborg. Es fühlt sich komisch an, in diese Stadt zurückzukehren. Heute war der Tag mit Erledigungen und Busfahren voll. Ich habe erfolglos versucht, eine mückendichte lange Hose zu erwerben. Dafür habe ich erfolgreich Kopfhörer gekauft. Am Bus werde ich von Fredrik abgeholt. Das Festival fängt morgen an seinem Grundstück statt. Mit ihm hatte ich auch schon telefoniert; wir waren uns schon da sympathisch (sonst wäre ich jetzt nicht hier). Ich bin neugierig auf die nächste Woche und glaube, dass es mit viel Meditation und Menschen eine gute Abwechslung von meinem bisherigen Rhythmus sein wird. ...

13. Juli 2024 · emma

Sonne im Gesicht

Immer wieder erstaunlich, wie viel Zeit für Materialpflege, Wäsche waschen, kochen, putzen schon drauf geht. So ähnlich geht der Großteil meines Tages ins Land. Noch ein Spaziergang, mit meinem Bruder und Oma und Opa telefonierend, Himbeeren finden, mit dem Handwerker Gustav quatschen und schon ist der Tag vorbei. Trotzdem ein guter Tag, ich genieße immer wieder die Sonne und freue mich auch, dass ich all diese Aufgaben in Ruhe angehen kann. ...

12. Juli 2024 · emma

Ent-Zug

Wofür brauche ich eigentlich mein Handy? Diese Frage stelle ich mir, als ich einschätzen muss, wie es für mich von hier weitergeht. Hörbücher hören; ein sehr schöner Luxus, aber es geht leicht ohne. Mit Oma und Opa telefonieren; nicht überlebensnotwendig. Diesen Blog schreiben; tut mir leid, aber ich könnte darauf verzichten. Fotos machen; Schade ohne, aber ok. Supermärkte finden; kann ich auch indem ich frage. Hütten buchen und finden; etwas komplizierter, aber ich habe ja ein Zelt. Routen planen; tatsächlich wichtig, wenn ich an einen bestimmten Ort will. Außer ich mache es so wie meine dänischen Bekanntschaft und lasse an jeder Weggabelung den Zufall beziehungsweise die Nase entscheiden. ...

11. Juli 2024 · emma

Eine kleine Tour

Bis um 9 schlafe ich mich aus. Das tut gut, meine Erschöpfung von gestern scheint weg. Ich habe gestern entschieden, heute nur bis zur mir empfohlenen DNT Hütte Fønhuskoia zu fahren. 60km, 1100hm lassen mir genug Zeit, den Morgen entspannt zu gestalten. Der Dauerregen lockt mich nicht nach draußen. Um elf breche ich dann auf, alles ist nass. Ich fühle mich sehr träge, trete kaum in die Pedale und rolle so dahin. Nach wenigen Kilometern mache ich Pause,in der Hoffnung meine Motivation zu finden. Der Regen ist etwas weniger unangenehm im Sitzen, aber es wird kalt. Ich esse Knäckebrot mit Karamellkäse und Himbeermarmelade (meine aktuelle Standardmahlzeit) und telefoniere mit Oma. ...

10. Juli 2024 · emma

Der Berg ruft

Ich bin früh wach, kurz nach 4 Uhr. Das ist gut; ich möchte heute über 100km fahren und den höchsten Punkt der geplanten Runde (Capital to Mountain Gravel Loop von Cycle Norway) anfahren. Trotzdem brauche ich sehr lange, um loszukommen. Erst verstecke ich mich in meinem Schlafplatz vor der Kälte. Als es mir dann warm genug ist, in die Gänge zu kommen, sehen die Mücken das leider ähnlich. Also gleiches Spiel wie gestern: ich renne herum, versuche den Mücken zu entfliehen. Mein Fahrrad versuche ich größtenteils mit Oberkörper im Zelt zu packen, nur die Extremitäten schauen raus. Irgendwann ist es geschafft, zumindest verheilen die Stiche der winzigen Mücken ziemlich schnell. ...

9. Juli 2024 · emma

Supermärkte

Morgens, wie abends, als erstes: Schwimmen gehen. Wie immer tut es unglaublich gut, wie ein Neustart. Danach brauche ich sehr lange um fertig zu werden, zusammen zu packen, die Hütte hinter mir aufzuräumen. Wenn man richtig kochen und abwaschen kann, braucht das halt auch Zeit. Als ich gerade fertig bin um aufzubrechen, grüße ich die fit aussehende, ältere Norwegerin, die mit ihrem Hund vorbei kommt. Sie bewohnt eine der benachbarten Hütten. Wir kommen ins Gespräch, sie lädt mich ein, bei ihr eine Dose Cola zu holen. Ich erzähle ihr von meinen Plänen und meiner Route („I think you are very tough“, kriege ich zurück). Ich frage sie, wann ich in der Richtung auf einen Supermarkt stoßen werde. Sie sagt, gar nicht. Ich hatte damit gerechnet, heute einkaufen zu gehen. Selber haben sie auch kaum Vorräte mehr, die sie sonst mit mir geteilt hätte. Ich stelle mich auf zwei Tage Haferflocken ein, so lange sollte ich auskommen. Von ihr bekomme ich dann noch Pølser (Wurst) und Schokolade in die Hand gedrückt, was sie noch da haben. Ich freue mich nicht auf zwei Tage Haferflocken, aber weiß, dass ich fürs Erste auskomme. ...

8. Juli 2024 · emma

Wildnis oder so

Das Wasser plätschert an den Steinstrand, dort wo es auf Boote trifft klingt es ein wenig anders, schärfer. Im Hintergrund das allgegenwärtige Rauschen - nur ist es hier nicht das Rauschen tausender Autos, mir sonst so vertraut, hier ist es das Rauschen des Wasserfalls in der Ferne. Wie tausende kleine Kiesel klingt der Regen, der beginnt während ich im See stehe. Der Tag endet so ähnlich wie er begonnen hat. ...

7. Juli 2024 · emma

Irgendwohin

Ich bin jetzt Mitglied des norwegischen Wandervereins. Für nur 5€ übernachte ich in deren Hütte, 40€ wären es als Nichtmitglied - da lohnen sich die 35€ Mitgliedsbeitrag schon nach einer Nacht. Und diese Hütte… Heute morgen war ich mit putzen und packen beschäftigt. Habe lange mit meinen Eltern telefoniert. Dann die Fähre nach Oslo, viel rumüberlegen, wie ich meine Zeit verbringen möchte. Ich fühle mich ein wenig träge, nicht super motiviert. Ich weiß einfach nicht so richtig, was richtig für mich ist. Zumindest erst einmal weiter zu ziehen, scheint mir aber keine schlechte Idee. Die Hütten des DNT scheinen eine gute, entspannte Option - aber dafür noch einen Hüttenschlafsack kaufen? Ich habe eigentlich ja mehrere zuhause. Irgendwann ringe ich mich dazu durch, organisiere mir Mitgliedschaft, Universalschlüssel für die Hütten und Hüttenschlafsack. ...

6. Juli 2024 · emma

Was jetzt?

Wie soll es weitergehen? Soll es überhaupt weitergehen? Mein Bedürfnis nach Gemeinschaft ist so groß, dass ich sogar überlege, meine Radreise zu beenden u# nd mir eine Beschäftigung mit Menschen zu suchen. Oder soll ich meine Akkus auf einem Festival wieder aufladen? Darüber möchte ich mir heute klar werden. Mein greifbareres Ziel heute: eine Regenjacke kaufen. Morgens habe ich zur Sicherheit unter der Dusche noch einmal getestet, ob meine aktuelle Jacke tatsächlich an ihrem Lebensende angekommen ist. Sie ist es. Neben ein paar Löchern, die ich vor meiner Abfahrt übersehen hatte, sind auch die Nähte nicht mehr in der besten Form. So möchte ich nicht im norwegischen Regen hängen bleiben. Eine passende Jacke für mich zu finden, wird eine Herausforderung. Gleich zwei große Fahrradläden (an verschiedenen Enden der Stadt) haben nichts in meiner Größe. Meine Schultern sind zu breit für die größten Frauengrößen, meine Hüften zu breit für die größten Männergrößen. Ein bisschen nervig, aber auch lächerlich. So klein sind die Norweger*innen ja auch nicht. Zufällig komme ich bei Odlo vorbei und finde eine Jacke, die genau richtig und bezahlbar ist. Mit dem französischen Verkäufer tausche ich mich über Fahrradrouten in Norwegen aus. ...

5. Juli 2024 · Emma